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Lawinenupdate 3 vom 5.2.21

05.02.2021 Hinterstoder: RIESIGER LAWINENABGANG am Elmplan, am Nordhang des Schrockens


Der Elmplan ist diesen Winter vermutlich noch nicht begangen worden. Somit hat er auch noch keine Störung bzw. keine Zusatzbelastung abbekommen.

Der Tourengeher war alleine im ganzen Hang, im Aufstieg unterwegs, als er kurz vor dem Erreichen des Gratrückens, um 14:40, am Übergang von viel zu wenig Schnee, also genau am heiklen Schwachpunkt, mit seinem Körpergewicht (geringe Zusatzbelastung), dieses Riesenschneebrett auslöste.

Das Körpergewicht im Verhältnis zum Gewicht dieser riesigen Schneemasse ist, wie wenn man eine Stecknadel runterfallen lässt und eine enorme Kettenreaktion auslöst.

Dass ein einzelner Schitourengeher ein so riesiges Schneebrett auslösen kann, zeigt wie heikel die Lage in Wirklichkeit ist.


Der Tourengeher, der sich Gottseidank am oberen Ende des Schneebretts befand, als er mitgerissen wurde, hat den Airbag ausgelöst und das Ganze durch viel Glück mit einer leichten Verletzung überstanden.


Ursache war nicht der Wind und obwohl es diesen Tag sehr warm war, auch nicht die Erwärmung. Die Wärme wirkte in dieser Höhlenlage nur an den Südhängen. In den Nordhängen blieb die Schneeoberfläche durch die Abstrahlung auch tagsüber unter 0 Grad.

Schuld war der Schwimmschnee von der Kältewelle der ersten zwei Jänner-Wochen, also von genau der Zeit, als die Schneemächtigkeit noch sehr gering war und dieser in Schwimmschnee umgewandelt wurde. Ein klares ALTSCHNEEPROBLEM. Es ist die gleiche Ursache wie beim ersten Zwischenfall am 14.1. am Wurzerkampl und fast alle drauf folgenden Lawinenereignisse!


Es sind weiterhin noch sehr tückische Fallen in Höhenlagen von über 1700/1800 m zu vermuten, und zwar besonders jene Hänge, die noch keine Störung weder von anderen Lawinen, noch von Erdbeben oder Tourengehern erfahren haben.

Alle Bilder von der Flugpolizei (von David Pöchacker)


Das Schneebrett hat etwa 300 m Breite und 600 m Länge


Der Tourengeher wurde fast 300 Höhenmeter mitgerissen


Er hatte das Glück, von den Schneemassen nicht schwerer verletzt zu werden.


LG v Heli

Heli Steinmaßl

Lawinenreferent der Bergrettung OÖ staatlich gepr. Berg+Schiführer Gleinkerau 19 4582 Spital am Pyhrn Mobil: 0664/9251251 Mail: heli.steinmassl@aon.at

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