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Lawineninfo 2 2026, Die Grenzen der Bergrettung

  • Autorenbild: Bergrettung OÖ
    Bergrettung OÖ
  • vor 41 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit
Einsatz am Pyhrnerkampl am Sonntagabend den 8.2.2026. Im Einsatz waren 53 Bergretter der Ortsstellen Hinterstoder, Vorderstoder, Spital a.P. und Windischgarsten.

Gut erkennbar, der Lichtkegel des Hubschraubers beim Einsatz am Pyhrnerkaml um 19:50. Der Nebel im Rottal hatte sich bereits so weit gelichtet, dass eine nächtliche Hubschrauberrettung möglich war.

Am So. 8.2. um ca 17:20 stürzte einer der beiden beim Abstieg durch Griffausbruch etwa 15 m durch eine steile Felsrinne, rutschte noch weitere 35 m am Schnee ab und blieb verletzt mitten im einem großen, 35 Grad steilen Hang liegen. Sein Begleiter konnte über anspruchsvolles felsiges Gelände zu ihm abklettern, machte den Notruf und übernahm die Erstversorgung. Die zwei Tourengeher waren um 7:15 auf der Wurzeralm aufgebrochen und kamen nach Bindungsproblemen gegen 14:30 auf den Gipfel des Pyhrnerkampls an. Durch die Probleme wollten sie nicht zur Wurzer zurück, sondern die direkteste Linie ins Tal absteigen, kannten diese Route aber nicht.


Beurteilung der Lawinengefahr zwei Tage nach dem Einsatz

Lukas Trinkl und ich wollten am Di. 10.02.26 herausfinden, ob bei den momentanen Lawinenverhältnissen eine terrestrische Bergungüberhaupt zu verantworten gewesen wäre. Bereits während des nächtlichen Einsatzes hat Lukas die Schneedecke angeschaut und eine sehr heikle Lawinensituation festgestellt. Gottseidank konnte der C14 die Rettung übernehmen.


Beim Zustieg über Höß und Schafkogel ins Rottal machten Luki und ich unter der Nordflanke des Pyhrnerkampls, beginnend auf 1760 m mehrere Stabilitätstests mit mäßigen und schlechten Ergebnissen, ja, ein paar Tests fielen sogar beängstigend aus. Beim vorsichtigen Hintasten zum Steilhang machten wir alle paar Meter Stabilitätstests, also "Kleine Blocktests" nach Kronthaler. Auch hier gab es unterschiedliche Ergebnisse, mit Tendenz zu recht ungünstiger Stabilität. Etwas höher dann, in den baumfreien Hängen, ist der Schnee durch die starken Winde extrem ungleichmäßig verteilt, das schwache Schneedeckenfundament ist jedoch überall klar erkennbar.

Während wir uns über die teilweise abgewehten Rippen höher suchten, kam neben uns der Polizeihubschrauber angeflogen, der die beim Einsatz zurückgelassenen Rucksäcke und Schier holte.


Der Verunfallte vom Sonntag lag auf einer Höhe von 1910 m (33t 440202 5278310), im 35 Grad

steilem Nordhang des Pyhrnerkampls. Ein Aufstieg der letzten 120 Höhenmeter mit einer Bergrettungsmannschaft durch den 200 m breiten Lawinenhang wäre bei dieser Lawinengefahr nicht zu verantworten gewesen. Auch ein Abtransport mit der Rettungstrage über den Steilhang wäre zu gefährlich gewesen.


Der Abstieg der beiden vom Pyhrnerkampl in Grün, der Absturz in Rot sowie der Aufenthaltspunkt im roten Kreis


Die Frage bleibt offen, wie hätten wir die Verunfallten erreichen können, ohne uns selbst in Lebensgefahr zu begeben? Der Begleiter hätte den Verletzten auch nicht einfach den Steilhang hinunterschleifen können. Durch den harten Schnee wäre die Absturzgefahr zu groß gewesen. Auch der Weg, den Luki und ich eingeschlagen hatten, wäre in der Nacht nicht zu verantworten gewesen. Eventuell wäre in solchen Fällen eine Drohne die Lösung um Erste-Hilfe-Material, Wärmeeinheiten, Kochzeug und Biwakmaterial zu den Verunfallten zu fliegen?


Lawinenreferent der Bergrettung OÖ Heli Steinmassl


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