Stöber- und Mantrailing-Kurs II

15.09.2019

Die wunderschön gelegene Dümlerhütte am Fuße des Warschenecks im Toten Gebirge war für dieses Wochenende unser Stützpunkt.

 

Der Kurs begann mit einer Nachbesprechung der letzten drei Sucheinsätze, in Grünau im Almtal, an der Kremsmauer und an der Steyr in Leonstein. An erster Stelle stand die Frage: Wie können wir die Effektivität der Einsätze steigern? Wie kommen die Hundeteams möglichst ausgerastet ins Einsatzgebiet? Nur ein möglichst ausgeruhter Hund kann die Suchleistung optimal abrufen.

 

Wir sprachen auch, klingt etwas ungewöhnlich, für manche von uns sogar verrückt, über die Telepathie.

Wir sind uns sicher, dass Mensch und Hund in einer gewissen Art und Weise verbunden sind und spüren, wenn sich beim Anderen etwas verändert, besonders die Hunde spüren das. Sie haben dafür einen siebten Sinn. Den Willen sein Bestes zu geben, den jeder Hundeführer zum Sucheinsatz mitnimmt, spürt der Hund und dadurch steigt auch bei ihm die Motivation. Dies kann sehr wohl auch umgekehrt sein.

 

Den Nachmittag verbrachten wir mit nicht allzu schwierigen, aber sehr abwechslungsreichen Übungsszenarien. Diese wurden von den Hunden auch perfekt gelöst.

Heinz und Lorenz kümmerten sich um die beiden Junghundeteams, Melanie mit ihrer Tessa, eine süße Border Collie Hündin und Florian mit seinem Deutschem Schäferhund namens Inuk.

Beide Teams machten ihre Arbeit schon richtig gut.

Den späten Nachmittag bis Sonnenuntergang verbrachten wir, nachdem wir unsere Hunde bei der Hütte versorgt hatten, bei einer Dyneemaseil – Übung. Dieses zertifizierte Bergesystem war uns allen aus den Ortsstellen bestens bekannt. Aber nach dem Motto: „Übung macht den Meister“, bauten wir immer in Zweierteams das System einige Male auf.

Nur ein paar Fakten zu diesem System: Es lässt sich sehr schnell aufbauen, diese speziellen Seile bestehen aus Polyethylen, punkten mit ihrem geringen Gewicht, kleinem Packmaß und ihrer hohen Belastbarkeit. Daher sind sie besonders geeignet für Bergungen im alpinen Gelände!

Als Standplatz dienen je nach Örtlichkeit Bohrhaken im Felsen, Bäume, Firnanker oder Eisschrauben im Winter. Bei Dyneema-Bergungen wird immer redundant, sprich mit zwei Seilsträngen gearbeitet. Mit einem vorbereiteten Flaschenzug sind auch Bergungen nach oben möglich.

 

Den krönenden Abschluss des Tages bescherte uns persönlich die Hüttenwirtin mit einem „Bratl in der Rein“ und als Nachspeise Schokokuchen.

Der Sonntag brachte uns wie schon am Vortag wunderschönes Wetter. Die Junghunde arbeiteten an den Grundlagen weiter. Bei den Einsatzhunden stand eine Suche mit längerem Anmarsch am Programm. Wie anfangs angesprochen, sollte der Zustieg sehr schonend für die Hunde erfolgen, daher wurden die Hunde an der Leine geführt. Für die Suche sollen die Hunde sowohl körperlich als auch geistig möglichst ausgeruht sein, daher noch eine kurze Pause und vor allem werden die Hunde nochmals mit Wasser versorgt.

Die Aufgabe war, drei vermisste Bergsteiger, teilweise im sehr schwierigen alpinen Gelände zu suchen bzw. zu finden. Um möglichst effektiv zu arbeiten wurden jeweils zwei Hundeteams zeitverzögert zur Suche weggeschickt. Alle drei Personen wurden gefunden und somit die Übung positiv abgeschlossen.

Nach einer kurzen Nachbesprechung ging es zum Mittagessen zur Hütte. Anschließend erfolgte der Abstieg ins Tal. Für alle ging ein erfolgreiches Trainingswochenende zu Ende.

 

Beim nächsten Kurs im Dezember, dem Vorwinterkurs, werden wir uns auf den Winter vorbereiten. Ich werde Euch davon wieder berichten.

Josef Höllwerth

HUSTA

 

 

 

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