Nächtlicher Einsatz am Traunstein

28.07.2019

Blitzschlagopfer nach heftigem Gewitter zu Tal getragen

 

Ein starkes Gewitter über der Traunseelandschaft hat am späten Samstagnachmittag zwei Bergsteiger auf dem Traunstein in höchste Not gebracht. Ein bosnisches Pärchen begann gegen 16 Uhr mit dem Abstieg über den Hernlersteig und geriet schon eine halbe Stunde später in ein heftiges Gewitter.

Die Frau hielt sich just in dem Moment an einem Stahlseil der Wegsicherung fest, als ein Blitz in dieses einschlug. Der Stromschlag schleudert die 29-Jährige zu Boden, eine Panikattacke war die Folge. Trotzdem setzten sie und ihr 22-jähriger Begleiter nach einer Weile langsam den Abstieg fort und gerieten deswegen in die Abenddämmerung und später in die totale Finsternis.

Die beiden Urlauber waren für diese Traunsteintour mit Sportschuhen und ohne Rucksack nur unzureichend ausgerüstet und neben einer Taschenlampe fehlte auch ein Regen- und Kälteschutz.

Sie kamen bei ihrem Abstiegsversuch daher nur äußerst langsam voran und nach einem weiteren Sturz in der Finsternis war die Frau mit ihren Kräften physisch und auch psychisch total am Ende. Über den Euronotruf 112 forderten sie gegen zwei Uhr morgens Hilfe an.

13 Bergrettungsmänner der Ortsstelle Gmunden und ein Alpinpolizist stiegen daraufhin den beiden in Not geratenen Urlaubern entgegen und trafen diese in einer Seehöhe von rund 750 Metern am Hernlersteig sitzend an.

Die Frau musste auf Grund ihrer Fußverletzung und ihres psychischen Zustandes in eine Gebirgstrage gebettet und in dieser abtransportiert werden. Ihr Freund konnte am Seil der Bergretter noch alleine absteigen.

Das Blitzschlagopfer konnte um 6 Uhr in der Früh im Tal dem Notarzt und einer Mannschaft des Roten Kreuzes Gmunden übergeben werden. Die Frau, die zusammen mit ihrem Partner um 8 Uhr in der Früh über den Naturfreundesteig das Unternehmen „Traunstein“ gestartet hat, wurde 22 Stunden später in das Salzkammergut-Klinikum Gmunden eingeliefert.

Für die Gmundner Bergretter war dies der elfte Einsatz in den letzten zwölf Tagen. Die Bergrettung Gmunden weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei einer Traunsteinbesteigung eine Taschenlampe und eine entsprechende Reservekleidung sowie ein Kälteschutz zur „Grundausrüstung“ gehören sollten.

Weiters muß daran gedacht werden, dass auch die Tage schon wieder kürzer werden und deshalb mit dem Abstieg rechtzeitig begonnen werden soll.

Wolfgang Ebner

Bildautor: BRD Gmunden / Spitzbart Andreas

Abdruck honorarfrei

 

 

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