Fortbildung Canyoningeinsatzgruppe im Salzkammergut

24.06.2018

Salzkammergut, 23.-24. Juni 2018 fand wieder die alljährliche Fortbildung der Canyoningeinsatzgruppe Oberösterreich statt.

An diesem Übungswochenende stellten sich 14 motivierte Canyonretter, 9 von der Bergrettung und 5 von der Wasserrettung, der Herausforderung, die neue Ausrüstung kennenzulernen und die daraus veränderten Bergetechniken zu üben. Die Ausrüstung wird zwar leichter aber auch spezifischer im Anwendungsbereich. Es muss im praktischem Übungseinsatz herausgefunden werden, wie die Bergesysteme am effizientesten eingesetzt werden und auf welche Punkte besonders geachtet werden muss. 

 

Für Samstag zeigte uns Peter Hödlmoser im Rettenbachtal ein genialen Übungsplatz mit riesigen Felsblöcken. Dort konnten wir an den senkrechten und überhängenden Wänden gut üben. Standardausrüstung und Grundtechniken wurden durchgenommen und aktualisiert. Seilbahnabspannung mit dem Goldtail und Dyneemaseilen wurde geübt. Und mit den neuen mobilen Felsanker Petzl Pulse konnte jeder im Vorstieg eine 12m hohe Wand technisch erklettern. Dieses Hinaufarbeiten ist einerseits wichtig, um Standplätze für Seilbahnen höher oben anzubringen oder bei Hochwasser einen Fluchtweg über glatte senkrechte Wände einzurichten.

Die Einschulung für unsere Schwimmwesten und Wurfsäcke unter Anleitung der ÖWR Wasserrettung rundete das vielseitige Programm am Samstag ab.

 

Am Sonntag ging es bei Frühtemperaturen von +7 Grad zur Einsatzübung in den Hohenzoller Wasserfall. Besonders dort zeigte sich, dass unsere neuerdings von jedem Retter mitgeführten 8m langen Seilstücke sehr wichtig und vielfältig einsetzbar waren, sei es zum Abseilen für kleine Stufen, als kurze Seilversicherung, als Baumverankerung oder als Seilbahn-Zwischenaufhängung bei umgelenkten Seilbahnen. Auch hier wurden bei mehreren Standplätzen die mobilen Pulse-Bolts als Hauptverankerung für die Seilbahnen ausprobiert.

Im taktischen Vorgehen bei einem Canyoningunfall zeigte sich, dass nicht mehrere Gruppen überschlagend sinnvoll sind, sondern es viel besser ist, dass ein kleiner Vorstoßtrupp das  Einbohren der Standplätze für Seilbahnen übernimmt. Alle anderen Retter beschäftigen sich mit dem Transport des Verletzten sowie beim Abbau der Seilbahnen.   

 

Auch die neue wasserdichte Kong-Trage, diesmal ausgeliehen von der Bergrettung Salzburg, konnten wir wieder austesten. Der Verletzte kann in dieser Trage auch ohne Gurt eingeschnallt werden und durch ein großes Sichtfenster die Vorgänge draußen beobachten. 

Unser „Verletzter“ fühlte sich sehr sicher und gut eingebettet, was im echten Verletzungsfall sehr wichtig für den psychischen Zustand des Verletzten sein kann.

Diese Trage ist zwar teuer, (achttausend Euro) könnte aber im Extremfall durch das Trockenbleiben vielleicht sehr entscheidend sein, weil der Verletzte nicht mehr mit dem Wasser in Berührung kommt und bei der Bergung nicht weiter auskühlt.

 

Danke an alle Beteiligten für das begeisterte Einbringen in der Canyontruppe und der guten Zusammenarbeit mit der Wasserrettung!

Steinmassl Heli & Hödlmoser Peter

 

Canyoningeinsatzgruppe der Bergrettung Oberösterreich

 

 

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