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  • Bergrettung OÖ

Ortsstellenübergreifende Herbstübung

Herbstübung 2022 / Grünburg-Steinbach, Molln und Steyr-Losenstein


Bereits Tradition hat die jährlich im Herbst stattfindende gemeinsame Übung der Ortsstellen Grünburg-Steinbach, Molln und Steyr-Losenstein. Diese Übung zählt zu einem wichtigen Termin, um den Ernstfall mit benachbarten Ortsstellen zu trainieren und den Kontakt zu eben diesen zu pflegen. Sie wird vorbereitet und organisiert von den jeweiligen Ausbildungsleitern der Ortsstellen und wechselt ihren Standort jährlich in deren verschiedene Einsatzgebiete oder findet im Bereich der Rayonsgrenzen statt. Im Einsatzfall kommt es nicht selten vor, dass mehrere Ortsstellen unterstützend zusammenkommen und durch eine solche Übung wird gewährleistet, dass dieses Zusammenarbeiten koordiniert abgehandelt werden kann.


Für die diesjährige Übung am 12.11.2022, haben Martin Doleschal (BRD Grünburg-Steinbach), Gerald Kammerhuber (BRD Molln) und Stefan Bichler (BRD Steyr-Losenstein) eine Suchaktion eines in die Dunkelheit geratenen abgängigen Alpinisten vorbereitet. Die Abhandlung der Übung erfolgte wie gewohnt unter realen Bedingungen. Das heißt: Die 30 teilnehmenden BergretterInnen wussten nicht, welches Szenario sie erwarten wird. Die Alarmierung erfolgte wie auch im Einsatzfall per SMS und sämtliche weitere Informationen, sowie das taktische Vorgehen, mussten nach Alarmierung organisiert werden.


Zur Abarbeitung der diesjährigen Übung wurde ein Einsatzstab, bestehend aus jeweils einem Einsatzleiter der drei teilnehmenden Ortsstellen, eingeteilt.


Schwerpunkt der Übung sollte der Einsatz moderner digitaler Mittel zur Koordination der Suchgruppen sein. Zu diesem Zweck wurde mit eigenen GPS-Geräten, sowie GPS-fähigen Mobiltelefonen und Armbanduhren gearbeitet. Im Einsatzstab konnte so mit den empfangenen Daten ein detailliertes Suchraster auf einer digitalen Karte abgebildet werden. Mit dieser Vorgehensweise kann bei Suchaktionen vermieden werden, dass Bereiche ungewollt doppelt abgesucht werden oder bestimmte Gebiete in der Suche unberücksichtigt bleiben.


Nachdem der abgängige Alpinist verletzt aufgefunden wurde, standen die sanitätsmäßige Erstversorgung und der Wärmeerhalt des Patienten im Vordergrund. Diagnose: offene Verletzung am Kopf, sowie Wirbelsäulenverletzung nach Sturz und Unterkühlung. Neben der Ersten-Hilfe wurden bereits der Materialtransport organisiert und die Bergung des Verletzten vorbereitet.


Nach Umlagerung des Patienten in die Bergetrage wurde der Abtransport zur nächstgelegenen befestigten Straße durch die eingesetzten Kräfte routinemäßig abgehandelt. Der Weg dorthin stellte sich im Bergrettungs-Jargon als "Schleifgelände" dar. Das heißt: steinschlaggefährdetes Schrofengelände, felsdurchsetzt steile Wald- und Wiesenhänge, sowie Wanderwege.

Nach einem etwa einstündigen Bergeaufwand, konnte der Patient um etwa 20:00 Uhr "virtuell" an das Rote Kreuz übergeben werden. Der gesamte Ablauf, von Alarmierung bis Patientenübergabe, nahm etwa 4,5 Stunden in Anspruch.


An der Übergabestelle wurde sogleich eine Einsatznachbesprechung abgehalten, bevor sämtliche ÜbungsteilnehmerInnen ihren Standort in die Bergrettungs-Ortsstelle Grünburg-Steinbach verlegten und den Abend bei Speis und Trank ausklingen ließen.


Ein Dank gilt den drei Ausbildungsleitern für die aufwändige Übungsvorbereitung, sowie allen teilnehmenden KameradInnen für das vorbildliche Zusammenarbeiten.


Schriftführer Dominic Hagauer, Schriftführer BRD Grünburg-Steinbach



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