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Lebensgefährlicher Diebstahl

  • Autorenbild: Bergrettung OÖ
    Bergrettung OÖ
  • 16. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Ortsstelle Windischgarsten, 15. Juni 2026


Rettungsseile für den Ernstfall an der Kampermauer entwendet 

Ein unfassbarer Vorfall beschäftigt derzeit die Bergrettungsortsstelle Windischgarsten: Im Zuge einer gemeinsamen Bergeübung mit der Ortsstelle Vorderstoder am Samstag, den 13.06.2026, stellten die Einsatzkräfte fest, dass Seile aus strategisch deponierten Rettungstonnen an der Kampermauer am Hengstpaß gestohlen wurden. Der Vorfall wurde umgehend zur Anzeige gebracht. 

Eigentlich stand der Samstag ganz im Zeichen der Perfektionierung der Rettungsabläufe. Die beiden Ortsstellen Vorderstoder und Windischgarsten rückten zu einer gemeinsamen Bergeübung an der beliebten Kampermauer aus. Auf dem Programm stand unter anderem ein anspruchsvolles Szenario: Die Bergung von verletzten oder blockierten Personen aus dem Extremklettersteig „Geiler Hengst“. An der Kampermauer existieren aufgrund der Topographie die unterschiedlichsten Einsatzszenarien – reale Bergungen in der Vergangenheit zeigten bereits mehrfach, wie wichtig die genaue Ortskenntnis und das perfekt abgestimmte Material vor Ort sind.



Routinekontrolle deckt bitteren Verlust auf 

Um im Ernstfall bei den beliebten Mehrseillängenrouten wertvolle Zeit zu sparen, hat die Bergrettung vor längerer Zeit ein effizientes System etabliert. Es wurden mehrere feste Abseilpisten eingerichtet. An den Ausstiegen dieser Kletterrouten sind wetterfeste Tonnen deponiert. In diesen Tonnen lagern speziell auf die Länge der Abseilpisten abgestimmte Seile. Jedes dieser Seile wiegt etwa 20 Kilogramm. Zum Schutz vor Feuchtigkeit sind sie zusätzlich in Säcken verpackt. Die Tonnen selbst wurden routinemäßig mit Kabelbindern versiegelt, um eine Hürde beim Öffnen zu schaffen – der Inhalt bleibt jedoch ohne Schlüssel erreichbar. 

Der taktische Vorteil im Ernstfall: Die Retter steigen ohne das immense Zusatzgewicht der schweren Seile schnell über einen eigens eingerichteten, einfachen „Rettersteig“ (ein einfacher Klettersteig) auf. Oben angekommen, greifen sie auf das deponierte Material zurück, um blockierte oder verletzte Alpinisten umgehend sicher abzuseilen. 

Im Rahmen der Übung am 13.06. kontrollierten die Einsatzkräfte die Tonnen routinemäßig. Am Ausstieg der populären Route „Super Diagonale“ folgte der Schock: Die Tonnen waren komplett leer. Gestohlen wurden konkret zwei hochwertige Seile mit einer Länge von jeweils satten 250 Metern. Diese Seile müssen nun neu angeschafft werden. 

„Wir sind extrem froh, dass wir diesen Diebstahl jetzt im Zuge der Übung bemerkt haben. Im Ernstfall hätte uns hier ein absolutes Horrorszenario gedroht! Der Zeitverlust, der entsteht, wenn wir die passenden Seile erst mühsam nachbringen müssen, kann im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden“, betont Thomas Riesenhuber, Ortsstellenleiter der Bergrettung Windischgarsten. 

 


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